
an der heute unser Hotel steht, prägte bis 1990 eine Hutfabrik das Bild der Straße. Wo sich jetzt unsere Gäste betten, wurden Tag und Nacht Hüte aus Kreischa in alle Welt geliefert.

wurden einst feinste Strohhüte handgefertigt. Wenn man heute Cocktails mit Schirmchen und Strohhalm schlürft ahnt man nicht, dass hier bereits vor über 100 Jahren Stroh auseinandergeschlitzt, geglättet und gefärbt wurde.
Um 1960 wurden sogar Trinkstrohhalme aus Roggen-Stroh gefertigt.

die Gegend um Dresden sei der Ursitz der Strohhutherstellung. Seit der Reformationszeit um 1517 dienten sächsische Strohhüte, weit über die Landesgrenzen hinaus, den alten und jungen Köpfen zur Zierde.
Die 1862 von Carl August Werner gegründete Werner & Kny KG schloss im Jahr 1990, als letzte Hutfabrik in Kreischa, ihre Pforten.
möchten in der 4. Unternehmergeneration, auf dem Boden der Vorväter, die Erinnerung an diesen alten, bedeutenden Industriezweig erhalten, auch wenn sie heute in anderen Branchen die Unternehmertradition der Familie fortführen.

fertigte man nur grobe Strohhüte, Pferdeköpfe genannt. Die Verarbeitung vom rohen Halm bis zum fertigen Hut erfolgte über 9 Arbeitsstufen.
Die Heimarbeit, welche die Abendstunden und die Winterzeit ausfüllte, lohnte sich wenig. Eine Flechterin oder Näherin verdiente täglich nur zwei Groschen.

besuchte der damalige Kurfürst von Sachsen, Friedrich August III. („der Gerechte“), das romantische Tal und ihm zu Ehren wurde Kreischa ein Jahrmarkt gegeben.
Dieser Jahrmarkt findet noch heute an jedem ersten Wochenende im September statt.

begannen sich die Geschäfte spürbar zu beleben. Die Zahl der Arbeiter und Händler stieg auf das Dreifache und die Fabrikation breitete sich aus. Die sächsischen Strohhüte wurden geschmackvoller in Ihrer Form, weißer und wohlfeiler als die italienischen. Der Handel mit sächsischen Strohhüten erstreckte sich über ganz Europa und bis nach Amerika.

erhielt Johann Gottlieb Grahlen aus Mittelkreischa die Konzession zur ersten Strohhutfabrik.
1826 kaufte der damalige Bürgermeister, Herr Liebscher, die erste Hutpresse in Kreischa. Herr Liebscher wohnte im Nebenhaus der 1862 gegründeten Strohhutfabrik Werner.
Im Jahr 1840 wurden bereits 250.000 Hüte hergestellt.
gründete Oskar Gaudich die erste der 5 großen Kreischaer Hutfabriken und legte somit den Grundstein für die industrielle Produktion von Strohhüten in Kreischa.

wurde im Haus Nr. 1 hinter der Kirche die Hutfrabrik Werner & Kny durch Carl August Werner und Johann Kny gegründet. Später wurde das Grundstück auf der Alten Dorfstraße 104d, wo sich heute das Hotel Kreischaer Hof befindet, erworben und als Hutfabrik ausgebaut.

Insgesamt beschäftigten die Kreischaer Hutfabriken in der Zeit der kapitalistischen Hochkonjunktur weit über 2000 Arbeitskräfte. Im Jahr 1937 produzierten die sächsischen Hutfabriken jeden Monat insgesamt 260.000 Strohhüte und 215.000 Mützen mit 10 Mio. Mark Inlandsumsatz und 3 Mio. Mark Exportumsatz.

mühte man sich ab 1946, die Kreischaer Hutindustrie wieder flott zu bekommen.
Auf dem Bild sieht man Thomas Werner und seinen Onkel im Jahr 1957 vor der alten Hutfabrik beim Transport fertiger Hüte zur Post.

Um einen Kredit für die dringend erforderliche, neue Heizungsanlage zu erhalten, wurde 1960 eine staatliche Beteiligung an der Hutfabrik Werner durch die Regierung der damaligen DDR erzwungen.
feierte die nun halbstaatlichte Hutfabrik Werner ihr 100-jähriges Betriebsjubiläum. 1972 folgte die Verstaatlichung zum VEB Hutfabrik Kreischa.
Die Abkürzung VEB bedeutet Volkseigener Betrieb, wurde inoffiziell aber als Vaters ehemaliger Betrieb bezeichnet. ;-)

wird Karl Richard Werner als Betriebsdirektor in den Ruhestand verabschiedet. Damit ging der letzte wirkliche Unternehmer „von Bord“.

fiel die Mauer. Ein Neustart der Dresdner Hutfabriken als GmbH misslang.

gründete der Sohn von Karl Werner, Thomas Werner, auf der Alten Straße 4 in Kreischa ein Ingenieurbüro für Industrielle Elektronik, welches im darauffolgenden Jahr in die Räume der alten Hutfabrik umzog.

erfolgte der Neubau des Hotels Kreischaer Hof durch Andrea Werner auf dem Gelände der Hutfabrik Werner.

Bis heute wird die unternehmerische Tradition in der Familie Werner hochgehalten und wie man unschwer auf den Fotos unserer Homepage erkennen kann, tragen wir mit Stolz und natürlich auch aus praktischen Gründen hin und wieder einen Strohhut.
